Serratkuli
Unter Serratkulı, bei Miksch[1] Yerlı kulu (Yerel = Örtlich, regional, Kul = Diener, Sklave) bei Buchmann[2] Eyalet askeleri (Eyalet = Provinz, Asker = Militär, Soldat) versteht man einen Truppenteil der Armee des Osmanischen Reiches.
Gliederung
Diese Feudaltruppen der Provinzen bildeten den zahlenmäßig größten Teil des Heeres, sie konnten bis zu 250.000 Mann umfassen. Sie bestanden aus Infanterie und Kavallerie (Sipahis). Die Artillerie (Topey, Topçular) lag zwar in den Kasernen von Anatolien und Rumelien, unterstand aber der Kapikuli-Truppe und somit direkt dem Sultan.
Die Serratkulı gliederten sich in die Einheiten aus Anatolien (Anadolu eyaleti) und Rumelien (Rumeli eyaleti). Die anatolischen Truppen bildeten in der Schlachtordnung den linken, die rumelischen den rechten Flügel vor dem Zentrum, der Sultansschanze. Kommandant war der jeweilige Beylerbey, die einzelnen Einheiten wurden von ihren Sandschakbeys angeführt.
Einzelnachweise
- ↑ H.Miksch Der Kampf der Kaiser und Kalifen, Band 1 Tabelle Seite 379
- ↑ B.M.Buchmann Österreich und das Osmanische Reich Seite 84
Literatur
- Ferenc Majoros/Bernd Rill Das Osmanische Reich 1300 - 1922 Die Geschichte einer Großmacht. Weltbild-Verlag GmbH, Augsburg 2000 ISBN 3-8289-0336-3
- Hans Miksch Der Kampf der Kaiser und Kalifen, Band 1: Wir sehen uns bim Goldenen Apfel. Bernard&Graefe, Koblenz 1999 ISBN 3-7637-5472-5
- Bertrand Michael Buchmann Österreich und das Osmanische Reich, Eine bilaterale Geschichte. WUV-Universitätsverlag, Wien 1999 ISBN 3-85114-479-1
- PONS Standardwörterbuch Türkisch bearbeitet von Osman Nazim Kiygi, Gregor Vetter; Neubearbeitung Ernst Klett Sprachen GmbH, Stuttgart 2007 ISBN 3-12-517784-0